Archive for August, 2008
Homecoming Queen
Eine Woche noch
… und ich freue mich auf Hasenbraten mit Rotkraut und Klößen.
Was ich aber noch zu Almaty sagen wollte: Hübsche Stadt mit Bergen im Süden und Steppe im Norden. Leider hab ich so viel davon am Ende nicht sehen können. Einmal natürlich wegen der aufreibenden Arbeit als Dozentin fürs Bloggen beim Seminar. Zum zweiten wegen so etwas wie der Kasachischen Variante von Montezumas Rache. Read the rest of this entry »
Kasachstan
Über den Wolken…
Ich bin in Almaty, Kasachstan, bei der Zweiten Zentralasiatischen Medienwerkstatt. Sie hat gerade angefangen und ich sitze hinter den Teilnehmern aus Kasachstan, Russland, Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan und lerne erst einmal was über Fotografie - schaden kann es ja nicht. Heute abend ist es dann an mir, klug zu schwätzen.
Die Reise in den Süden war anstrengend. Gestern morgens um vier in den Zug nach Petropawlowsk, pennen in der Sonne vor dem Flughafen von Petropawlowsk - ein übrigens sehr niedlicher Airport inmitten von grünen Weiden, idyllischen Seen und Birkenwäldchen. Bunte Mosaike an den Mauern. Nichts ist dort los. Zwei Flieger starten am Tag, meiner ist eine Propellermaschine…
Von oben sieht Kasachstan wirklich faszinierend aus: Kann man in Sibirien einsam sein, bekommt man hier definitiv den Blues. Land, Land, Land, gestreifte Äcker, Steppe, selten ein paar Häuser, kaum Bäume oder gar Wälder und dann irgendwann kommt Astana - eine Landung wie Achterbahnfahren.
Die Hauptstadt kenne ich nur vom Fenster des Flughafengebäudes aus und den Flughafen kann ich mittlerweile anhand der Sitzgelegenheiten kartografieren. Sechs Stunden sind wirklich eine lange, lange Zeit…
Gestern Nacht dann Ankommen in Almaty. Ich hab noch keinen Eindruck von der Stadt - aber ich bin dabei, das zu ändern. Mehr dann später.
Bis dann.
30. und 31. Juli
Mittwoch und Donnerstag
Wenn ich ganz ehrlich bin: Mir ist langweilig. Im Haushalt gibt es weder Computer noch Fernseher. Mein Buch habe ich so gut wie ausgelesen und außer Bibeln und bibelergänzender Literatur steht im Baptistenregal nicht viel. Irina spielt mit ihrem Jüngsten in der Küche, verkauft ab und zu Honig und sitzt manchmal auch einfach nur auf einem Stuhl und beobachtet, was die anderen so machen. Dann setzt sie sich und David ins Auto und sie fahren zur Heuwende auf einen anderen Hof. Read the rest of this entry »
Georgien
Kurze Unterbrechung meiner betulichen Tagebucheinträge
Wie der Einmarsch der georgischen Truppen mein Leben in Russland beeinflusst: Gar nicht. Das zur Beruhigung aller Anverwandten, die nägelkauend vor dem Fernseher sitzen und ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen - sich Sorgen machen. Dann aber hatte das Geschehen doch einen Einfluss, indirekt, auf meine Laune und meine Arbeit. Read the rest of this entry »
29. Juli
Dienstag
Ziehe um von meiner Direktorin zu einer waschechten Baptistenfamilie. Ich packe meine Sachen nicht, weil es mir nicht gefällt oder weil ich in abklingender Geburtstagsverzweiflung doch noch zu Gott gefunden hätte - hier geht es ganz allein darum meine Neugier zu stillen. Olga ist ein wenig bedrückt am Morgen, ich auch. Trotzdem: Mit dem Rucksack auf dem Rücken wandere ich fünfzig Meter die Straße hinunter hinein in eine andere Welt.
28. Juli
Montag
Habe heute Geburtstag, werde 29 und fühle mich wie auf einer kleinen Jolle im Stillen Ozean; kein Wind geht, die Sonne steht am Himmel und ich schwitze und fühle mich unendlich einsam. Meinen Geburtstag habe ich bisher noch nie allein in der Fremde unter Fremden zugebracht. Also halte ich mich fest an meinem Block und meiner Kamera und gehe ins Museum - Beschäftigung lenkt ab.
27. Juli
Sonntag
Gegen halb elf zum Gottesdienst der Mennonitengemeinde. Gott ist Liebe steht auf Russisch an der Wand hinter dem Gemeindevorsteher, der predigt und die Bibel erläutert. Er spricht Plattdeutsch. Ich verstehe so gut wie nichts. Die Gemeinde singt und sie liest den Text aus schon angegilbten, handgeschriebenen Gesangsbüchern ab. Read the rest of this entry »
26. Juli
Ankunft in Neudatschino
Fahre etwa zwei Stunden von Omsk in das russlanddeutsche Dorf Neudatschino im Novosibirsker Oblast. Ankunft gegen Mittag. Jakob Pankratz, Leiter des Russlanddeutschen Hauses in Novo holt mich ab. Man sagte, die Menschen aus Neudatschino sprechen noch Plattdeutsch. Das stimmt. Read the rest of this entry »